Woher kommt der Ausdruck „blau sein“?

Petra aus Ringingen schreibt:

Hallo Herr Oesterle, gestern habe ich mit ein paar Freundinnen ganz schön gebechert. Eine Freundin meinte dann, wenn sie so blau nach Hause kommen würde gäbe es keine Amore mehr heute. Ich habe mich aber eher gefragt, woher eigentlich der Ausdruck „blau sein“ kommt.

  • cover play_arrow

    Woher kommt der Ausdruck „blau sein“? Jule

 

Für die Erklärung des „Blauseins“ reisen wir zurück ins Mittelalter.

 

Damals war die Lieblingsfarbe der Menschen blau aus dem einfachen Grund, weil blau relativ günstig herzustellen war. Dazu hat man ‚ne Pflanze namens Färberwaid benutzt. Diese Umfärberei war ne ganz schön dreckige Angelegenheit. Man brauchte dazu neben dem Färberwaid nämlich viel Sonne, Alkohol und Urin. Zuerst hat man den Färberwaid mit der menschlichen Ausscheidung gut vermengt und das Gemisch dann an der Sonne gären lassen. Dadurch hat sich Alkohol gebildet, der dann die blaue Farbe aus der Pflanze gelöst hat. Dabei galt: je mehr Alkohol, desto besser das Ergebnis. Aber den ganzen Alkohol einfach so verschwenden: nein, nein, nein! Während ihrer Arbeit haben die Färber gerne mal selber mal mitgesoffen. Dadurch mussten die Männer natürlich pieseln und das haben se auch gemacht – in den vor Ihnen stehenden Bottich mit der Farbe.

 

Dann wurden die Stoffe mit der Farbe in der Sonne getrocknet und durch die UV-Strahlung haben sich die bis dato noch braunen Stoffe in blau-violette verwandelt. Weil die Färber bei ihrer Arbeit meist voll waren, wurde Blausein mit Betrunkensein gleichgesetzt.

 

Scho wieder was gelernt!

Jule

Jule

Jule ist vor allem auf unseren Social Media Accounts aktiv. Solltest du also auf unserer Instagramseite vorbeischauen, hast du es mit ihrer Arbeit zu tun.
0%