Was ist das Ulmer „Nabada“?

Renate aus Ulm schreibt:

Hallo Herr Oesterle, heute sind Freunde von mir aus Österreich zu Gast. Wir gehen nachmittags natürlich an die Donau zum Nabada. Ich tu mir allerdings immxer schwer beim Erklären, woher des eigentlich kommt. Vielleicht könnten Sie das ja übernehmen.

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    Was ist das Ulmer „Nabada“? Jule

 

Jap, das Nabada gehört zum Schwörmontag in Ulm wie Dieter Bohlen zu DSDS – nur, dass das Nabada tatsächlich unterhaltsam ist.

 

Zum ersten Mal erwähnt wurde das Ulmer Nabada um 1800 herum. Schon damals gab’s die Hockete im Naherholungsgebiet Friedrichsau mit ihren sogenannten „Au-Gesellschaften“. Ja, das ist nix weiter als ein schickes Wort für Biergärten. Und weil die Friedrichsau an die Donau grenzt, ist es natürlich sinnvoll, nicht den beschwerlichen Weg durch die Stadt zu laufen, sondern auf der Donau bequem runterzutreiben. Auf diese Idee kamen Anfang des 19. Jahrhunderts auch die Ulmer Jugendlichen. Die haben dann einfach ihre Klamotten in Waschzuber gepackt und sind die Donau runtergebadet. Weil „runter“ aber irgendwie kacke klingt, wurde einfach das schwäbische Wort dafür verwendet: na (2x) Raus kam das „Nabada“.

 

Übrigens: Das erste offizielle Nabada fand 1927 statt. Damals durften aber nur die großen Themen-Schiffen und Zillen mit Ehrengästen und Musikkapellen runterschippern. Erst ab Ende der 60er Jahre waren dann auch die wilden Nabader mit ihren Schlauchbooten, Luftmatratzen und anderen Schwimmhilfen zugelassen.

 

In diesem Sinne „Ulmer Spatza, Wasserratza, hoi, hoi, hoi“.

 

Jule

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