Warum schmeckt der Wein machmal nach dem Korken?

Johanne aus Reutti schreibt:

Hallo Herr Oesterle, als ich am Wochenende mit einer Freundin ne gute Flasche Wein aufgemacht hab, ist uns sofort ein muffeliger Geruch aufgefallen. Dazu sagt man ja, dass der Wein korkt. Aber warum passiert das eigentlich?

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    Warum schmeckt der Wein machmal nach dem Korken? Jule

 

Ja, Johannes, das kann schon mal passieren. Es wird angenommen, dass knapp 3 Prozent der Weine korken. Das sind pro Jahr weltweit circa eine Milliarde Flaschen!

 

Der Grund für den muffeligen Geruch im Wein ist ein Pilzbefall in der Flasche. Der kommt häufig vom Naturkorken, heißt Trichloranisol und verhält sich genauso fies wie er zum Aussprechen ist. Dabei genügt schon eine winzig kleine Menge dieses auch TCA genannten Stoffes. Bei einer Flasche Weißwein sei bereits weniger als ein Millionstel Gramm TCA für uns wahrnehmbar.

 

Früher, als der Wein noch ohne viel Technik und Chemie hergestellt wurde, war das Korken übrigens noch kein Problem. *Wieso das denn* Ganz einfach: der Pilz ist nämlich erst nach dem Einsatz von chlorhaltigen Reinigungsmitteln aufgetreten, mit denen die Rinde der Korkeiche eingesprüht wurde.

Wie isses jetzt aber bei Weinen ohne Korken? Genauso blöd, denn auch da kommen ähnliche Korkverbindungen im Wein vor. Grund dafür ist das chlorhaltige Holzschutzmittel, das in den Deckenbalken der Kellereien vorkommt. So wird sogar der Wein ohne Korken korkig.

Jule

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