Warum sagt man, dass man auf die Barrikaden geht?

Gerda aus Ochsenhausen schreibt:

Hallo Herr Oesterle, ich hoffe, ich bin nicht zu spät, aber ich hätte auch noch ne Frage zu ner Redewendung: warum sagt man, dass man auf die Barrikaden geht? Wär super, wenn’s noch in die Spezial-Woche reinpassen würde.

  • cover play_arrow

    Warum sagt man, dass man auf die Barrikaden geht? Jule

 

Wenn man auf die Barrikaden geht oder steigt, dann leistet man Widerstand bzw. lehnt sich gegen was auf. Davon ist meistens die Obrigkeit betroffen, sprich: die Herrndamen Politiker. Die Redewendung kommt dabei aus dem Heimatland der Aufständischen – Fronkraisch!

 

Bei den großen Kämpfen im 19. Jahrhundert  wie zum Beispiel der Juli-Revolution 1830 in Frankreich bestand eine wesentliche Verteidigungsstrategie der Widerständler darin, sich zu verbarrikadieren. Das ging am besten hinter Schutzwällen und die wurden häufig aus mit Erde gefüllten Fässern gebaut.

Alle frankophilen Wahnsinnigen wissen ja, was das franzackige Wort für Fass ist? Genau: Barrique. Man verschanzte sich also hinter einem Wall aus Fässern, den eingedeutschten Barrikaden. Jetzt aber die Frage, warum man in der Redensart AUF die Barrikaden geht?

 

Der Austausch des Wortes „hinter“ mit „auf“ kommt vermutlich daher, dass man hinter der Barrikade zwar vor den Gegnern sicher war, aber nicht angreifen konnte. Das ging nur, wenn man auf die Barrikaden stieg. Außerdem zeigen viele Bilder die wütenden Bürger nicht verhuscht auf dem Boden kauernd, sondern angriffslustig auf den Barrikaden stehend.

 

Jule

Jule

Jule ist vor allem auf unseren Social Media Accounts aktiv. Solltest du also auf unserer Instagramseite vorbeischauen, hast du es mit ihrer Arbeit zu tun.
0%