Warum heißt es „einen Korb geben“?

Katharina aus Ulm hat unserem anna.FM Schlaumeier geschrieben: Hallo Herr Oesterle, gestern war eine Freundin zu Besuch, die sich beschwert hat, dass sie keinen gescheiten Typen abbekommt. Erst am Wochenende hat sie mehrere – wie sie immer so schön sagt – „Körbe verteilt“. Ich weiß zwar, was das Sprichwort bedeutet, aber wieso wird eine Abfuhr eigentlich „Korb“ genannt?

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    Warum heißt es „einen Korb geben“? Medina

Ja, so eine Abfuhr ist nicht schön und wer sowas noch nie erlebt hat, der werfe bitte jetzt den ersten Stein.

Im Mittelalter gab es den Brauch, dass Mädchen aus ihrem Fenster einen Korb abseilten, wenn ein Mann mit Heiratsabsichten vorbei kam. Die Burgfräuleins zogen ihren Geliebten dann im Kretta nach oben und dann wurde munter durch die Kemenate geknattert.

Allerdings ist in mittelalterlichen Texten auch davon die Rede, dass eben jene Damen einem ungeliebten oder lästigen Verehrer einen Korb mit gelockertem Boden runterschickten. So fiel er durch den Korb und landete ganz ungalant und unsanft auf dem buchstäblichen Boden der Tatsachen.

In späteren Zeiten ging die Dame von Welt weniger rustikal zu Werke. Sie schickte dem Typen einfach nur einen kleinen Korb ohne Boden, um ihm zu sagen: „Alter, läuft bei dir nicht! Verzieh dich!“

Damit wurde aus dem ungesunden „durch den Korb fallen“ das Sinnbild für die Ablehnung und Zurückweisung.

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