Warum gibt es noch so viele Telefonzellen?

Siglinde aus Dornstadt schreibt:

Hallo Herr Oesterle, ich bin gestern in Ulm am Busbahnhof gestanden und da ist mir aufgefallen, dass da tatsächlich ne Telefonzelle rumsteht. Ich hab mich dann gefragt, warum’s sowas im Jahr 2022 immer noch gibt – hat doch mittlerweile eh so gut wie jeder ‚n Mobiltelefon.

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    Warum gibt es noch so viele Telefonzellen? Jule

 

Jap, ich denk mal, dass es Ihnen, die Sie auch prä-2000er sind, so geht wie mir und Sie sich noch sehr gut an die gelben und später grau-pinkfarbenen Kästen erinnern können – was? Ach so, sorry, „magentafarben“.

Es ist ja so: früher, als es noch keine Mobiltelefone gab, da hat man sich gefreut, wenn irgendwo in der Pampa so ‚n Fernsprechhäuschen rumstand, mit dem man dann Taxi Mama anrufen konnte. Allerdings: seit es Handys gibt, hat die im Jahr 1881 in Berlin erstmals aufgestellte Telefonzelle an Bedeutung verloren.

 

Dennoch ist es so, dass die Telekom noch ‚n paar von den Dingern rumstehen hat. Bei der letzten Zählung im vergangenen Jahr waren’s bundesweit noch 30.000. Einer der Hauptgründe, warum‘s die Dinger noch gibt, ist das sogenannte Telekommunikationsgesetz (TKG). Darin wird die Telekom zu einer „Grundversorgung mit öffentlichen Telefonen“ verpflichtet. Allerdings wird keine genaue Zahl genannt, wie viele Telefone das sind. Drum liegt die Entscheidung alleine bei der Telekom.

 

Trotz des TKG werden die früher auch mal Fernsprechkiosk genannten Zellen abgebaut. Macht ne Zelle monatlich unter 50 Euro Umsatz, kommt sie weg.

Jule

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