Emotionales Essen: Wie Gefühle uns leiten

Wir sind wütend, gestresst oder gar gelangweilt von unserem Alltag. Manchmal sind wir auch traurig und ertappen uns dann dabei, wie unsere Gefühle sich für Essen entscheiden. Aber was bedeutet es, wenn meine Gefühle mitessen und wie kann ich das stoppen?

Bestimmt war jeder schonmal in der Situation: Etwas macht einen dermaßen wütend, dass man erstmal zur Schokolade greift. Oder der Freund hat sich getrennt und die Eispackung in der Tiefkühltruhe wartet nur darauf, endlich von dir verschlungen zu werden. Von unserem Unterbewusstsein werden wir durch unsere Gefühle zum emotionalen Essen verleitet, obwohl wir eigentlich gar keinen Hunger haben. 

Was ist emotionales Essen?

Wir essen normalerweise, wenn wir Hunger haben. Unser Körper gibt uns das Signal, dass er Energie in Form von Nährstoffen benötigt. Statt sind wir dann, wenn wir diese unserem Körper gegeben haben und der Hunger verwunden ist. 

Beim emotionalen Essen geht es aber nicht um die Energiezufuhr, sondern die eigene Unzufriedenheit durch Essen zu bekämpfen. Unser Hungergefühl spielt dabei keine Rolle. Wir essen also, obwohl wir nicht hungrig sind oder eben über unseren Hunger hinaus. 

Um negative Gefühle wie Wut, Angst, Stress oder Traurigkeit zu bekämpfen, werden wir zu emotionalem Essen verführt. Laut einer Spiegel-Online Umfrage sind davon rund 30 Prozent regelmäßig betroffen. Dabei haben wir vor allem Lust auf Süßkram wie Schokolade, Chips und Eis. Ein Apfel lindert eher weniger unsere Wut. Unser Unterbewusstsein strebt mit der Nahrungsaufnahme eine Ersatzbefriedigung und einen Entspannungszustand an. Das Essen soll uns trösten.

Essen macht glücklich

Mit Süßigkeiten werden, aufgrund unserer Kindheit, positive Erinnerungen verbunden. Neben diesem psychischen Aspekt gibt es aber auch eine körperliche Erklärung für emotionales Essen. Wenn wir Zucker konsumieren, werden Glückshormone freigesetzt. Hormone wie zum Beispiel Adrenalin, Serotonin oder Dopamin bedienen die Sucht-Areale in unserem Gehirn. Durch das Ansteigen der Hormone werden wir nicht nur glücklicher, sondern wollen auch immer mehr davon. Doch der Glückszustand ist nicht von Dauer. Manchmal fühlt man sich dann wegen der vielen Süßigkeiten, die man aus Frust verputzt hat, noch zusätzlich schlecht.

Wie stoppe ich emotionales Essen?

Erst einmal muss man für sich herausfinden, welche Emotionen einen zum Essen leiten. Dabei ist es wichtig sich selbst zu fragen „Esse ich gerade weil ich wirklich Hunger habe? Oder gibt es einen anderen Grund?“. Ist der Grund Wut oder Kummer muss man die Ursache für diese Gefühle finden und dementsprechend entgegenwirken – ohne Essen! Bei Streit oder Wut kann das ein klärendes Gespräch sein, bei Kummer hilft es manchmal auch, deine Gefühle niederzuschreiben oder mit einer vertrauten Person über diese Gefühle zu sprechen. 

Wichtig ist: Gefühle sollte man nie in sich hineinfressen – im wahrsten Sinne des Wortes. 

Die Autorin

Jule

Jule

Jule ist nicht nur leidenschaftliche Tanztrainerin, sondern auch begeisterter Fußballfan. Solltest du sie mal suchen, findest du sie garantiert auf dem Sportplatz. Zur Zeit studiert sie Ressortjournalismus und ist bei uns in der Onlineredaktion fleißig am werkeln.

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