Eiszeit: Wie sicher sind gefrorene Seen?

Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee satt – perfektes Wetter zum Eislaufen, oder? Gerade am Wochenende war auf den zugefrorenen Seen viel los. Allein auf dem Bodensee waren am Sonntag 2.000 Menschen unterwegs. Doch wie sicher sind die gefrorenen Wässer?

Eis ist trügerisch: Von außen kann man kaum sehen, ob die Eisdecke trägt.

Aufgrund der Witterung, sind zwar die Gewässer optisch zugefroren und haben eine Schneeschicht, die für das Gefühl sorgt, die Eisdecke sei dick und stabil. Leider täuscht das sehr und die Gefahr lauert unter dem Schnee. Es kann nicht sicher festgestellt werden, ob die Eisdicke ausreichend ist und trägt.

Ist die Eisdicke nur etwa fünf bis sieben Zentimeter stark, trägt sie nicht sicher. Bei den Tests von der DLRG Ulm Mitte Januar konnte festgestellt werden, dass die Eisdecke zum Teil vor allem im Randbereich nicht ausreichend dick ist und beim Betreten sofort bricht.

Wie gefährlich das Betreten einer Eisfläche sein kann, hat ein Fall am Montag, 15. Februar gezeigt. Einige Stunden, nachdem er beim Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Rößlerweiher bei Schlier nahe Weingarten eingebrochen war, ist ein 29 Jahre alter Mann gestorben.

Wann darf man aufs Eis?

Wenn eine Eisdecke betreten werden soll, muss diese in stehenden Gewässern mindestens 15 Zentimeter und bei fließenden Gewässern 20 Zentimeter dick sein, um sicher tragen zu können. Eine Gewährleistung, zur Sicherheit auf dem Eis wird durch die DLRG grundsätzlich nicht gegeben, da keine über alle Flächen gehende Sicherheit gewährleistet werden kann. Gefährlich sind bei Seen insbesondere warme Quellen im Untergrund, welche die Eisschicht beeinflussen.

Das Eis sendet Signale aus, auf die jeder achten sollte. Dunkle Stellen verraten: Es ist noch viel zu dünn. Hier ist die Gefahr einzubrechen besonders groß. Wenn das Eis knistert und knackt, sollte man sich flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen, und sich dann in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Auch Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, sind gefährlich. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein als auf dem Rest des Sees.

Wichtig: Wenn man sich doch entschließt, sich aufs Eis zu wagen, sollte man niemals allein sein. Bricht jemand ein, sollte man sich zur Rettung flach aufs Eis, ein Brett oder einen umgedrehten Schlitten legen und vorsichtig zur Einsturzstelle robben. Eigenschutz geht hier immer vor! Gerettete sollte man laut DLRG in trockene Decken und Kleidung einpacken und mit warmen Getränken wieder aufwärmen. Außerdem muss sofort der Notruf gewählt werden, denn Unterkühlungen können lebensbedrohlich sein.

Tauwetter

Die Zeit der Eiseskälte endet in dieser Woche schon wieder. Auch hier muss man besonders vorsichtig sein, denn Schnee und Eis rutschen von den Dächern.

Die Autorin

Jule

Jule

Jule ist nicht nur leidenschaftliche Tanztrainerin, sondern auch begeisterter Fußballfan. Solltest du sie mal suchen, findest du sie garantiert auf dem Sportplatz. Zur Zeit studiert sie Ressortjournalismus und ist bei uns in der Onlineredaktion fleißig am werkeln.

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